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"Wir haben lange über Veränderungen gesprochen und viele Optionen diskutiert", sagte Sky-Programmchef Gary Davey nach der Sendung gegenüber dapd: "Aber am Ende haben wir uns gefragt: Warum? Wir wollen die Show zeigen, die die Leute lieben und haben uns deswegen entschieden, nichts zu ändern." Und so feierte ein gut aufgelegter Harald Schmidt am Dienstag bei seinem neuen Sender eine gelungene Premiere. Fernsehen zum Wohlfühlen eben für Harald-Schmidt-Fans.
Erfrischend selbstironisch zeigten sich die Macher der Sendung mit einem Einspieler außerhalb des "alten, gemütlichen" Studios 449 in Köln. Dort sahen die Zuschauer ein Schild, auf welchem immer noch Sat.1 zu sehen war. Nach einer kurzen Drehung war darauf ARD zu lesen - Schmidt: "War schön, aber braucht man nicht" - dann folgte RTL - Schmidt: "Nein nein, da drücken wir Thommy die Daumen" - und schließlich Sky.
Schmidt stand jeweils zwei Spielzeiten bei Sat.1 (1995 bis 2003 und 2011 - 2012) und im Ersten (2004 - 2007 und 2009 - 2011) auf der Show-Bühne. Nun also Sky, wo alle Schmidt-Mitarbeiter wohl zur eigenen Orientierung schwarze Armbinden mit dem Senderlogo trugen.
Befreit von dem Druck etwas Neues, Großartiges bieten zu müssen, zeigte sich Schmidt schon beim Stand-Up unaufgeregt, aber zynisch wie eh und je. Den Streik des Flugpersonals kommentierte er so: "Ich selber, als alter Gewerkschafter, bin sehr auf der Seite des streikenden Flugpersonals. Ich habe mir heute Morgen aus Solidarität mit den streikenden Stewardessen selbst einen Becher heißen Kaffee in den Schritt gegossen." Zum Thema Altersarmut sagte Schmidt: "Mir ist es doch lieber, ein Senior wühlt in der Mülltonne, als vor mir in der Schlange im Supermarkt nach dem Kleingeld." Mit Heidi Klum schloss er den Auftaktpart: Sie sei ein ganz normales Bergisch-Gladbacher Mädchen - "ein Kind vom Italiener, drei von einem Schwarzen und jetzt zusammen mit einem vom Sicherheitsdienst".
Side-Kick Klaas Heufer-Umlauf kämpfte anschließend mit einem schlecht sitzenden Mikro und legte einen launigen Auftritt hin - ganz anders als man es von ihm zuletzt auf ProSieben ("Joko gegen Klaas") gewohnt war. Aber Heufer-Umlaufs Einsatz fügte sich ins Gesamtbild einer unspektakulären, lässigen Schmidt-Show.
Mit den Gästen aus der klassischen Musik - der Cellistin Sol Gabetta und der Pianistin Helene Grimaud stieg das Niveau der Sendung wieder an. Klassische Musik - eine sichere Bank für den Gastgeber. Und mit dem Schlussakkord der beiden Künstlerinnen war die erste "Harald Schmidt Show" dann nach einer knappen Dreiviertelstunde auch schon beendet.
Recht entspannt ging es im Anschluss auch auf der Facebook-Seite der Sendung zu. Diskutiert wurde nur über die schlechte Bildqualität - "kein echtes HD! Das ist ein klares NoGo" - und über die Werbeunterbrechung.