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Der Mann, der da über die Straße geht, ist dann doch nicht Clint Eastwood. Sah aus der Entfernung aber so aus. Auf den zweiten Blick ist es Wolfgang „Wolle“ Petry, 60. Auch nicht schlecht.
Vor nunmehr sechs Jahren verabschiedete er sich in Dieter Thomas Hecks „Goldener Stimmgabel“-Show von der Bühne – und wenn ein Mann wie Wolle Petry Abschied nimmt, dann richtig: Er streifte die Freundschaftsbänder ab, die sein Markenzeichen waren; ließ sich seine nicht weniger berühmte Wuschelmähne radikal stutzen und zog sein kariertes Hemd aus. Wolle hatte von seinen Fans mehr Liebe bekommen, als er verkraften konnte. Deshalb die Verwandlung, die wie eine Tarnkappe wirken sollte.
Jetzt kommt der „Hölle, Hölle, Hölle“-Mann und fünffache „Echo“-Preisträger zurück ins Licht, auch wenn er sich nur in die zweite Reihe stellt. Das Album, auf dem Wolfgang Petry wieder zu hören sein wird, hat er für seinen Sohn Achim, 37, produziert, der in den vergangenen Jahren mit den Hits seines Vaters durch Deutschland tourte. Bevor Wolle bereit war, wieder zu singen, sprach er ein Machtwort: „Achim, dann müssen wir uns aber vom Vergangenen lösen.“ Das Ergebnis ist eine Art Rock-’n’-Roll-Schlager. Der Junior war begeistert, der Senior ein bisschen gerührt: „Mensch, Achim, endlich kann ich mal ganz frei aufarbeiten, dank dir.‘“
Um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen, ließ sich Wolle Petry ein Studio ins Haus bauen. Gute Idee. „Papa ist nachts aufgewacht und hat was eingesungen. Das passte so gut, dass ich meinte, das muss so bleiben.“
Wolle schrieb für das Album seines Sohnes drei Songs und spielte sie auch ein. Einer heißt „Aufstehen“, und wer genau hinhört, hat eine Vorstellung von Wolles Leben nach der Bühne. Will er dahin wieder zurück?
Nein, sagt sein Sohn, er sei glücklich darüber, nicht mehr im Mittelpunkt zu stehen. Außerdem hätten ihm die Verhandlungen mit den Plattenfirmen gezeigt, „dass die Branche ziemlich substanzlos geworden ist“.
Über mangelnden Lebensinhalt kann sich der Mann, der mehr als zehn MillionenTonträger verkauft hat, nicht beklagen. Er treibt Sport, spielt mit den beiden Enkeln, 6 und 4, und nimmt sich die Freiheit, weder ein Handy noch eine Kreditkarte zu besitzen. Und statt ins Internet schaut er lieber in seine Briefmarkenalben. „Mein Vater ist der Rentner von nebenan und glücklich damit“, sagt sein Sohn. Und ein Selbstdarsteller sei er auch nie gewesen.