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(C)dapd
Düsseldorf –
Während Bert Wollersheim in U-Haft sitzt, prüft das Ordnungsamt Konsequenzen bis hin zur Schließung der Bordelle an der Rethelstraße. Die Prüfung sei noch nicht abgeschlossen, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung. Insider sagen: „Das war es jetzt endgültig mit der Roten Meile Rethelstraße.“
Währenddessen wächst die Zahl der mutmaßlichen Opfer ständig. Es seien wieder Dutzende Anrufe eingegangen, berichtete ein Polizeisprecher gestern. Inzwischen gehen die Ermittler von rund 40 Fällen aus, die Dunkelziffer könnte noch weit höher liegen.
In den Bordellen an der Rethelstraße sollen Besucher systematisch mit K.o.-Tropfen betäubt und dann ihre Kreditkarten geplündert worden sein. Ermittelt wird jetzt gegen 80 Personen. Mehrere Rotlicht-Größen sitzen bereits in Untersuchungshaft, neben Wollersheim (61) auch der Inhaber der Rethel-Meile, Thomas M. (47) und die Geschäftsführerin Inka S. (40)
Staatsanwalt Christoph Kumpa trat am Donnerstag der Version entgegen, es könne sich um Taten einzelner Angestellter ohne Wissen der Bordell-Chefs gehandelt haben. Kumpa: „Das ist Unsinn. Die Einnahmen aus den Kartenabbuchungen sind nicht einzelnen Angestellten zugeflossen.“ Um Stammkunden nicht zu verprellen, waren offenbar gezielt weit gereiste Freier wie Messebesucher ausgewählt worden. Die Polizei hat weiterhin eine Hotline eingerichtet. Tel.: 870 5701.
Der Todesfall eines schwedischen Freiers vor 13 Jahren ist dagegen offenbar nicht auf K.o.-Tropfen zurückzuführen. Die Ermittler hatten angekündigt, den Fall noch mal aufzurollen. Lennart Rundcrantz (42) war mit über drei Promille Alkohol in einem der Bordelle ums Leben gekommen.